Entspannt in den Urlaub: Tipps gegen Flugangst

Ein bisschen Reisefieber vor dem ersehnten Urlaub zu haben ist völlig normal und lässt die Spannung im positiven Sinne steigen. Die Angst vor dem Fliegen hingegen kann einem die Vorfreude gründlich vermiesen. Damit du als Betroffener deinen Urlaub relaxt angehen kannst, zeige ich dir hier einige Tipps und Tricks, deiner Angst Herr zu werden.

Zunächst sollte man wissen, dass Flugängste keineswegs etwas Unnormales sind. Die Angst vor dem Fliegen kann man als natürliche Reaktion auf einen bevorstehen Kontrollverlust verstehen. Denn um sich wirklich entspannt und angstfrei in ein Flugzeug zu begeben, setzt einerseits voraus, dass man der Technik und den Fähigkeiten des Flugpiloten, des Wartungs- und Flughafensicherheitspersonals vertraut und andererseits nicht an Höhenangst leidet.


Bereits mehrere Tage oder Wochen vor dem Abflug, äußern sich bei Betroffenen die typischen und bekannten Symptome einer klassischen Flugphobie, wie Schweißausbrüche, Herzrasen, flache Atmung, Schwindelgefühle, Magen- und Darmkrämpfe, Übelkeit und Kopfschmerzen. Je näher der Tag des Abflugs rückt, desto häufiger und intensiver treten diese Symptome in der Regel auf.
Alleine die Vorstellung eines Flugzeugabsturzes oder sich in schwindelerregende Höhen zu begeben, löst bei vielen Betroffenen Panikattacken aus. Der erste Ansatz seiner Flugangst Herr zu werden ist daher, seinen Kopf mit positiven Gedanken zu füllen und die negativen Vorstellungen und Bilder aus seinem Kopf zu verbannen.

Wie funktioniert das? Als Betroffener solltest du dir als erstes darüber bewusst sein, dass Flugangst etwas völlig Natürliches ist und dass es vielen Menschen so ergeht wie dir. In Deutschland leiden etwa 15 Prozent an einer ausgeprägten Flugphobie. Weitere 20 Prozent fühlen sich im Flugzeug irgendwie unwohl und haben ein beklemmendes Gefühl.
Die Angst ist im Grunde rationell nicht zu erklären. Und obwohl beispielsweise die Wahrscheinlichkeit eines Fluckunglücks statistisch gesehen, verschwindend gering ist, tritt die Flugangst in Erscheinung, egal wie sehr man sich als Betroffener versucht dagegen zu wehren. Meistens wird die Angst noch schlimmer, wenn man versucht sie zu unterdrücken, was zusätzliche Energie kostet.

Die folgenden Tipps sollen dir bei der Bewältigung deiner Flugangst helfen:

1. Tipp: Wehre dich nicht gegen Deine Flugangst, sondern nimm deine Flugangst zunächst als etwas Natürliches an und akzeptiere sie. Das mag vielleicht paradox klingen, diese Einstellung ist jedoch die ideale Voraussetzung dafür, dich deiner Angst zu stellen und nicht davor wegzurennen. Du kannst dich zwar dazu entschließen nicht in den Flieger zu steigen, jedoch nimmst du dir damit die Aussicht auf einen unvergesslichen Traumurlaub, sofern du dein Reiseziel ausschließlich mit dem Flugzeug erreichen kannst.
Man darf also Angst zulassen, jedoch darf man nicht zulassen, das einen die Angst kontrolliert.
Flugangst zu haben ist normal und völlig okay, solange du die Kontrolle über deine Angst hast und nicht umgekehrt!
2. Tipp: Lasse nicht zu, dass dich deine Angst handlungsunfähig macht. Um dieses Ziel zu erreichen, solltest du dir verinnerlichen, dass es nicht sein darf, dass dich deine Flugangst lähmt, dich somit in deiner Freiheit einschränkt und dir letztendlich die Vorfreude an deinem wohlverdienten Urlaub nimmt. Und wie willst du deinen Urlaub unbeschwert genießen und Spaß haben, wenn du permanent mit Schrecken daran denken musst, dass du irgendwann auch wieder in Richtung Heimat zurück fliegen musst?
Es ist  logisch, dass es jemanden irgendwann in den Wahnsinn treibt, wenn er sich permanent Gedanken darüber macht oder sich bildlich vorstellt, wie das Flugzeug in Turbulenzen gerät, von Terroristen entführt wird oder aus irgendeinem Grund abstürzt.
Wer sich bis ins kleinste Detail vorstellt, was alles passieren kann, steigert sich automatisch in die Angst hinein. Besser ist es, wenn du dir beispielsweise vorstellst, wie du an deinem Urlaubsort im Meer badest und die Sonne genießt.

3. Tipp: Wenn solche Gedanken und Bilder, wie oben beschrieben schon im Vorfeld einer bevorstehenden Reise bei dir aufkommen sollten, kannst du diese negativen Gedanken, die permanent in deinem Kopf herumrotieren, ebenso gut in positive Gedanken umwandeln und in einer Endlosschleife in deinem Kopfkino ablaufen lassen. Dreh den Spieß einfach um. Gib deinen negativen Gedanken und Befürchtungen, sobald sie hochkommen, ein Stopsignal in dem du laut und bestimmend "Stop!", "Halt!" oder "Ende!" rufst.
Ziehe dich an einen ruhigen Ort zurück, an dem du ungestört bist, und atme mehrmals tief ein- und aus. Dabei sollte das Ausatmen länger andauern, als das Einatmen. Zieh dir einen Kopfhörer an und hör dir deine Lieblingsmusiktitel an. Nun stell dir vor, wie du ruhig und entspannt mit deiner Lieblingsmusik oder auch einem guten Buch im Flieger sitzt oder dich mit anderen Passagieren unterhältst und sanft ans Ziel deiner Träume über den Wolken dahingleitest und schon im Flieger mit Freude daran denkst, wie du am Strand liegst und das beruhigende Rauschen des Meeres dich umgibt. Wenn du es schaffst dich auf diese Weise zu entspannen und mit diesen Gedanken deine Lieblingssongs hörst, wirst du im Flugzeug automatisch entspannt sein, wenn du während des Fluges deine Musik hörst.
Damit dein Gehirn im Flieger dann automatisch in den "Entspannungsmodus" umschaltet, solltest du die beschriebene Vorgehensweise ein bis zwei Wochen vorher regelmäßig wiederholen.

4. Tipp: Gehe vor deinem Flug regelmäßig mit Freunden oder deinem Partner spazieren oder Joggen, fahre mit dem Fahrrad oder power dich beim Tennis oder Fußballspielen, idealerweise an der frischen Luft, aus. Denn Sport ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für den Geist und hilft enorm beim Stressabbau.

5. Tipp: Mache dir am Tag der Abreise nicht zusätzlichen Stress. Packe deine Koffer schon am Vortag in aller Ruhe und begib dich am Tag der Abreise frühzeitig zum Flughafen. Denn Last Minute bedeutet ja nicht, in letzter Minute in den Flieger zu steigen. ;-) Besonders relaxt wird der Tag deines Abflugs, wenn du den CheckIn online erledigst oder eben früh genug am CheckIn-Schalter bist.

Erstelle dir eine Urlaubscheckliste und hake jeden Punkt ab, sobald dieser erledigt ist. Wenn dir auf den letzten Drücker einfällt, dass du noch einen Bikini oder ein wichtiges Reisedokument brauchst, dann kann man es zwar nicht ändern, aber es würde dir unnötigen Stress verursachen. Mache diese Erledigungen deshalb frühzeitig, um Stress unmittelbar vor Reisebeginn so weit wie möglich zu vermeiden. Sicher möchtest du auch nicht gestresst am Urlaubsziel ankommen, auch wenn dort Erholung, Relaxen und jede Menge Spaß auf dich warten.

6. Tipp: Nimm am Tag der Abreise eine leichte ausgewogene Mahlzeit aus Kohlehydraten, Eiweiß und etwas Fett zu dir, die deinen Magen nicht belastet. Zur Beruhigung hilft in den meisten Fällen Melissentee mit Hopfen und auch Kamillentee gegen Magen- und Darmbeschwerden. Diesen kannst du auch eine Woche vorher schon regelmäßig trinken.
Da bei Angstattacken auch Zucker verbrannt wird, nimm sicherheitshalber ein paar Schokoriegel mit an Bord. Schokolade in Maßen macht auch nicht dick, sondern bewirkt in erster Linien die Ausschüttung von Glückshormonen. Und die kannst du wirklich gut gebrauchen.
Denke auch an Kaugummis, da Kaugummikauen tatsächlich eine entspannende Wirkung hat und außerdem die Konzentration fördert, die du brauchst, um dich beispielsweise während des Fluges mit einem guten Buches abzulenken.

7. Tipp: Solltest du generell Probleme mit engen Räumen haben, setze dich nicht unbedingt direkt ans Fenster oder in die Mitte, sondern wähle einen Sitzplatz am Gang. Andererseits wäre das eine gute Übung eine Klaustrophobie zu bekämpfen. Wiederum andererseits wirkt ein Blick in die Wolken auf sehr viele Menschen beruhigend. Wenn das der Fall sein sollte, dann wähle einen Platz am Fenster, um während des Fluges die Wolken beobachten zu können.

8. Tipp: Rede mit deinen Freunden, deinem Partner oder Angehörigen über deine Flugangst und steh offen dazu. Eingeweihte Personen, wie ein Reisebegleiter oder dein Sitznachbar können dich ablenken und beruhigen.

Ich hoffe, dass diese Tipps Betroffenen dabei helfen, ihre Angst vor dem Fliegen zumindest einzudämmen.
Sollten dir diese Tipps nicht helfen: Das deutsche Flugangstzentrum bietet spezielle Coachings, Flugangstseminare und Beratungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Diverse Airlines, wie airberlin oder Lufthansa veranstalten regelmäßig solche Seminare gegen Flugangst. Auch Ratgeber und DVDs können helfen, die Angst in den Griff zu bekommen.

Ich wünsche euch noch viele angenehme und entspannte Flüge!


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